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Helvetica forever
Als Eduard Hoffmann im Verlauf des Jahres 1950 den Entschluss fasste, eine neue Groteskschrift auf den Schweizer Markt zu bringen, begann das erfolgreichste Projekt seiner langjährigen Karriere. Zwar konnte er nicht ahnen, dass die Haas'sche Schrfitgiesserei AG mit der Helvetica, wie sie später hiess, eine Schrift herausbringen würde, die die Welt erobern, zum Font nobler Marken wie bescheidener Briefschaften, Teil grafischer Kunstwerke wie schlecht gestalteter Handzettel, kurz: zu einem Klassiker werden sollte.

Sein Sohn, Alfred E. Hoffmann ab 1968 Direktor der Haas'schen Schriftgiesserei in Münchenstein, hat Entstehung und Erfolg der Helvetica in zahlreichen Drucksachen, Werbebroschüren und Originalentwürfen dokumentiert und gesammelt. Buch und Ausstellung geben erstmals Einblick in dieses Archiv.

Das wichtigste Dokument zur Entstehung der Helvetica ist ein einfaches Schreibheft, in das Eduard Hoffmann alle Bürstenabzüge einklebte, die für die Genese der Neuen Haas-Grotesk und später der Helvetica relevant waren: Er dokumentiert darin jeden einzelnen Entwicklungsschritt für jede einzelne Letter, jede Ziffer und jedes Sonderzeichen in allen lieferbaren Schriftgraden. Tagebuchartig versah er die Abzüge mit einem Datum, notierte die Urteile Dritter, zeichnete Änderungswünsche an und verglich das Erreichte regelmässig mit der Akzidenz-Grotesk. Die Einträge dieser 58-seitigen Chronik beginnen am 16. November 1956 und enden am 21. Juli 1965. Es handelt sich um ein unschätzbares Zeugnis, das in der Geschichte der Druckschriften wohl einmalig ist.

Axel Langer
(Helvetica forever Geschichte einer Schrift)